MICHAEL ANGELE - DER LETZTE ZEITUNGSLESER




Autor Michael Angele
Titel Der letzte Zeitungsleser
Genre Sachbuch
Erstausgabe 2016
Eine herzbrechende Liebeserklärung an ein verschwindendes Medium
»Dahinter steckt immer ein kluger Kopf.« David Wagner zu Michael Angeles "Der letzte Zeitungsleser".
Zugegeben, nicht jeder Zeitungsleser ist so fanatisch wie Thomas Bernhard: Als er dringend einen Artikel in der NZZ lesen wollte, diese aber im heimischen Ohlsdorf nicht zu haben war, machte er sich auf nach Salzburg; aber da gab es die Zeitung auch nicht. Also ging es nach Bad Reichenhall, dann nach Bad Hall, dann nach Steyr und am Ende waren 350 Kilometer zurückgelegt auf der Suche nach dem Suchtstoff. Manchen geht es nicht unähnlich, wenn keine Zeitung zur Hand ist. Doch egal wie stark die Sucht gar nicht so weniger auch sein mag – die Vielfalt der deutschsprachigen Zeitungslandschaft, ja die Tageszeitung an sich, wird wohl nicht zu retten sein. Da geht etwas verloren.
Michael Angele (der u. a. Chefredakteur der ersten deutschen Internetzeitung war und alles andere als neuerungsfeindlich ist) lässt mit wehmutsvoll wachem Blick Revue passieren, was alles verschwindet: nicht nur eine Nachrichtendarreichungsform, nein – eine Kulturleistung, ja eine Lebensform.
Das fängt bei der Umgebung an, in der man seine Zeitung zu lesen pflegt, dem Ritual, welchen Teil wann. Und geht weiter bei der durch das Blatt in Gang gesetzten (oder verhinderten) Kommunikation am Frühstückstisch – manche Ehe wäre ohne Zeitung ganz anders verlaufen. Und wie soll sich das Gefühl kosmopolitischer Weltläufigkeit einstellen, wenn man in einer New Yorker Hotellobby am Handy Spiegel Online statt die New York Times liest?
Mit Herzblut geschrieben, mit Scharfsinn gefasst: Wenn einst das letzte Exemplar einer gedruckten Zeitung vergilbt und zerfallen sein wird, hat Michael Angele mit _Der letzte Zeitungsleser_ der Lebensform Zeitung schon längst ein Monument gesetzt.

BÜCHER VON MICHAEL ANGELE


REVIEWS

Average points: 5 (Reviews: 1)

*****
Ja, wenn meine Generation stirbt, stirbt wohl auch die (gedruckte!) zeitungslesende Menschheit aus. Ein wunderbar kleines Büchlein, das mit Hilfe von verschiedenen Epsioden ein Streiflicht auf die Zeitungsgeschichte wirft. Wer kann sich heute schon noch vorstellen, für die neuste Ausgabe einer bestimmten Zeitung mit dem Zug zur nächsten grossen Stadt zu fahren? Stimmt nachdenklich und ist gleichzeitig zum Schwelgen geeignet. Ändert allerdings kaum etwas am ersten Satz dieser Kritik...

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