WOLFGANG HERRNDORF - TSCHICK




Autor Wolfgang Herrndorf
Titel Tschick
Originaltitel Tschick
Genre Roman
Erstausgabe 2010
Taschenbücher-Charts
Einstieg 01.09.2013
Anzahl Wochen 12
Höchstposition 11
Kinderbuch-Charts
Einstieg 19.02.2017
Anzahl Wochen 1
Höchstposition 11
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Ausserdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

BÜCHER VON WOLFGANG HERRNDORF


REVIEWS

Average points: 5.25 (Reviews: 8)

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wünschte ich wäre dabei
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berührend
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Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Berührend und erfrischend zugleich.
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Das Schicksal des Autors ist berührend, das Buch für mich aber zu sehr gehypt.
Das roadmovie enthält zahlreiche etwas wirre unzusammenhängende Episoden, das Buch lässt mich ratlos zurück.
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Hahaha, ich habe ich krank gelacht. Großartiges Buch über den Roadtrip völlig verwirrter Jugendlicher. Aber so herzig. :)
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Bin gerade mit Lesen fertig geworden und es klingt noch sehr nach. Bei der Lektüre des Buches habe ich mich an meine Kindheit in den 70ern und meine Jugend in den 80ern erinnert. War doch alles gleich, die heutigen Jugendlichen machen das gleiche durch wie man selbst. Und ich habe mich beim Lesen an Begegnungen in meiner Jugend erinnert, die ich schon längst vergraben glaubte. Ein wirklich schönes Buch.
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Diese Geschichte zieht einem echt den Stecker, alter Finne! Sehr starkes Buch für Jugendliche von 14 bis 74 oder noch darüber hinaus.

Und ja - mit Aschlietuna würde man auch gerne in die Walachei fahren.
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Durch die Verfilmung ist dieser Jugendroman von Wolfgang Herrndorf derzeit wieder in aller Munde, erschienen wurde er aber schon 2010 und wurde der so weit ich weiß größte kommerzielle Erfolg des leider bereits vor drei Jahren verstorbenen Autors. Es geht um zwei Achtklässler, Maik Klingenberg und Andrej "Tschick" Tschichatschow, die in ihrer Klasse zu den Außenseitern gehören und sich in den Sommerferien dazu entschließen, mit einem geknackten Lada durch die Prärie Ostdeutschlands zu tingeln.

Der im Taschenbuch-Format gut 250 Seiten umfassende Roman ist vollständig aus Maiks Perspektive erzählt und bedient sich damit auch in Teilen eines Jugendslangs, den zumindest ich aber weder als aufdringlich noch als aufgesetzt empfand. Der Lesbarkeit des Buches kommt dieser einfache Sprachstil sehr zugute, sodass sich das Buch hervorragend runterlesen lässt und stets kurzweilig daherkommt. Gefallen hat mir vor allem die mal dezente, mal deutlicher zutage tretende Ironie, die sich über weite Teile erstreckt. Dürfte auch für Gelegenheitsleser also kein Problem darstellen, mit Freude und ohne Frust oder Langeweile der Geschichte zu folgen.

Für mein Empfinden ist das erste Drittel, in dem sich Tschick und Maik noch in Berlin aufhalten, beinahe noch gewitzter geraten als der anschließende Roadtrip: Vor allem die Unterrichtsepisoden mit den unterschiedlichen Lehrer- und Schüler-Stereotypen sind hier zwar nicht unbedingt innovativ, aber sehr komisch. Die anschließenden Geschehnisse auf der Fahrt empfand ich hingegen mitunter als ein wenig arg überzeichnet: Sie begegnen dort unter anderem um sich schießenden Kriegsveteranen, liefern sich Verfolgungsjagden mit der Polizei und sind vor allem zum Ende hin in etliche Unfälle verwickelt. Gelungen fand ich hier eher die kleineren Geschichten ohne den ganz großen Pomp: Die müffelnde Isa auf dem Müllberg beispielsweise oder die extrem bekloppt-sympathische Großfamilie um Friedemann, deren Kinder bei der Verteilung des Nachtischs erstmal ein kleines Quiz bestreiten müssen. Sollte ich jemals Kinder haben, werde ich das auch so halten. ;)

Als Pluspunkt in emotionaler Hinsicht würde ich noch die Tatsache benennen, dass ich die jugendlichen Gedanken und Gefühle Maiks in vielen Situationen so wunderbar nachempfinden konnte und mich einige Male auch in meine eigene Jugend zurückgebeamt fühlte. Und die Momente, in denen über die Vergänglichkeit und Bedeutungslosigkeit des Seins philosophiert wurde, haben mich sogar ziemlich ergriffen. So war es auch wieder einmal nicht das große Getöse, was mich hier am meisten gepackt hat, sondern die Schnitzerei auf einem Berg und die Gedanken an einen Menschen, der 1903 dort ebenfalls verweilte - und inzwischen längst verstorben und vergessen ist.

Alles in allem ein wirklich schönes, angenehm lesbares, amüsantes und doch ernsthaftes Buch, das derzeit vielleicht ein wenig überhypt wird und sicherlich nicht das Wunderwerk der deutschen Literaturgeschichte schlechthin ist, aber für kurze Zeit großen Spaß bereitet.

Knappe 5.

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