Chris de Burghs zweites, Ende 1975 erschienenes Album „Spanish Train And Others Stories“ ereilte ein gleiches Schicksal wie dem Debüt. Von der großen Masse wurde es überhört, lediglich von einem kleinen interessierten Insiderpublikum wurde es dankbar aufgenommen. Dabei hätte es schon damals mehr Beachtung verdient gehabt, enthält es den ultimativen Chris de Burgh Klassiker schlechthin. Dazu aber später mehr. Das Album beginnt mit dem Titelsong „Spanish Train“. Hier umschreibt Chris anhand einer Zugfahrt von Guadalquivir nach Sevilla das uralte Machtspiel zwischen dem Teufel und dem Allmächtigen. Musikalisch weist dieses Lied schon alle Strukturen späterer Chris de Burghs Erfolgstücke auf. „Lonely Sky“ ist ein für Chris de Burghs Anfangszeit typisches Stück: Ein schöner Text, untermalt mit einer ebenso schönen, einschmeichelnden und teilweise sehr üppig arrangierten Melodie. Zwar klingt das Lied unspektakulär, ab genau das macht den Reiz von „Lonely Sky“ aus. Das melodiöse „This Song For You“ besticht ebenfalls durch eine schöne Melodie, verpackt mit einem leichten French-Touch. Aus dem Rahmen fällt das kauzige „Patricia The Stripper“, ein Stück mit New Orleans Jazzeinlagen und einem ordentlichen Schuß Baratmosphäre. Was dann folgt, ist schon fast legendär: „A Spaceman Came Travelling“. Seinerzeit völlig überhört, avancierte das magische Stücke im Laufe der Jahre zur Chris de Burgh Hymne schlechthin. In dem kitschig anmutenden, knapp 5 Minuten langen Lied erzählt Chris in Kurzform die biblische Weihnachtsgeschichte. Die österreichische Gruppe Eela Craig nahm das Stück 1977 für ihr Album „Hats Of Glass“ neu auf und machte es so im Dreiländereck Deutschland/Österreich/Schweiz bekannt. Als Chris in den 80er Jahren zum Superstar aufstieg, war „A Spaceman Came Travelling“ stets der Höhepunkt eines jeden seiner Konzerte, bei dem tausende brennende Feuerzeuge in die Höhe gestreckt wurden. „I’m Going Home“ ist temperamentvolles, folkloristisches Lied, das aufgrund seiner positiven Ausstrahlung ein Garant für gute Laune ist. Anflüge von Jazz und leichtem Blues gibt es in „The Painter“, ein Stück, das zwar nicht uninteressant ist, aber nicht so recht überzeugen kann. „Old Friend“ ist wieder eine dieser herrlich angeschnulzten Chris de Burgh Balladen, die allerdings keine Spur schnulzig klingt. Interessant an diesem Stück sind die schönen Bläsereinlagen, die fast majestätisch über Chris‘ leicht klagende Stimme erheben. Sehr schön ist „The Tower“, das einmal mehr durch einen interessanten Text, einer schönen, an Al Stewart erinnernden Melodie und einmal mehr durch ein interessantes Arrangement besticht. „Just Another Poor Boy“ ist ein eher unauffälliges Lied, das üppig arrangiert ist und das nach mehrmaligen Anhören einfach im Ohr hängen bleibt. Alles in allen ist „Spanish Train And Other Stories“ ein Album wie aus einem Guß, eines der besten Werke Chris de Burghs. Und es offenbart seine ganze Klasse, je öfter man es hört.
Dank des Titelssongs und weiteren Highlights wie "Lonely Sky", "Just Another Poor Boy" und "A Spaceman Came Travelling" eines von CdBs besten Alben. Knappe 6!
Nach 'Crusader' wohl das beste Album des irischen Schloßbesitzers. Sehr abwechslungsreich arrangiert und es lohnt sich auch auf die Texte zu achten. Beste Songs: 'Spanish Train', 'A Spaceman Came Travelling', 'Patricia The Stripper' und 'The Tower'.