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In der englischen Popmusik der 70er Jahre gab es ein immer wiederkehrendes Phänomen, und zwar das der Phantomgruppen: Da schoß wie aus dem Nichts eine Gruppe an die Spitzen der internationalen Hitparaden, die es eigentlich nicht gab, außer ihrem Namen auf dem Cover. Stellte sich der Erfolg dann ein und es herrschte reges Publikums- und Medieninteresse an der Band, wurde flugs eine Gruppe, meist mit den Musikern besetzt, die schon an der Plattenproduktion beteiligt waren, zusammengestellt. Erfolgreiche Beispiele dieser Art sind Edison Lighthouse, Lieutenant Pigeon oder The Rubettes. Auch Fox gehörten in diese Kategorie. Optisches Aushängeschild war die äußerst attraktive Noosha, die neben ihrer optischen Präsenz auch stimmlich einiges zu bieten hatte. Noosha stammt aus Sydney und wanderte Anfang der 70er mit zwei Freundinnen nach London aus, um der damals noch brodelnden Musikmetropole Karriere zu machen. Die drei ambitionierten Mädels gründeten die Gruppe „Wooden Horse“, traten im Vorgramm einer Englandtournee von Alan Price auf, doch die Resonanz der Plattenfirmen war gleich Null. Immerhin fiel Noosha dem Musiker, Komponisten und Produzenten Kenny Young auf. Er war von ihrer Person und ihrer ausdrucksstarken Stimme derart begeistert, daß er mit ihr im Sommer 1974 in Los Angeles die Single „Only You Can“ aufnahm. Allerdings lief die Single zunächst gar nicht, eigentlich konnte man sie schon als kommerziellen Flop abschreiben. Im Februar 1975 kam doch noch Bewegung in die Sache und „Only You Can“ stieg langsam aber sicher in den englischen Charts nach oben. Nach einem Auftritt von Noosha in der Fernsehsendung „Top Of The Pops“ schoß die Single dann bis auf Platz 3 der englischen Charts und auch im Ausland entwickelte sich die Single zu einem Knüller. Nun war das Interesse des Publikums und der Musikpresse an der Sängerin bzw. an der Gruppe geweckt. Man interessierte sich plötzlich dafür, wer diese Sängerin war und wer überhaupt hinter dem Namen Fox steckte. Manager Deke Arlon witterte sofort das große Geschäft und stellte eine Gruppe zusammen, die schon bei den Plattenaufnahmen von „Only You Can“ mitgewirkt hatten. Im einzelnen waren das neben Noosha und Kenny Young Jim Gannon (Gitarre), Herbie Armstrong (Gitarre), Pete Solley (Keyboards), Gary Taylor (Baß) und Jim Frank (Schlagzeug). Um die enorme Publikumsnachfrage nach Fox in klingende Münze umzusetzen, wurde eine LP mit dem Titel „Tales Of Illusions eingespielt, das mit „Imagine Me, Imagine You“ einen weiteren Hit abwarf. Ende 1975 gelang der Gruppe, zumindestens in Deutschland, mit „He’s Got Magic“ der dritte Hit in Folge. Kritiker waren sich einig, daß sich die Gruppe langfristig etablieren würde. Diese Meinung schien sich zu bestätigen, als Fox im Mai 1976 mit „S-S-S-Single Bed“ bis auf Platz 2 der englischen Hitparade vorstieß. Allerdings schien sich der Fuchs mit der Ausbeute von 4 Hits zufrieden zu geben, denn anschließend kam nichts mehr von der Gruppe. Im Herbst 1977 versuchte Noosha als Solistin mit dem wunderschönen „Georgina Bailey“ an die Erfolge von Fox anzuknüpfen, doch außer gute Kritiken für dieses Lied verlief ihre weitere Karriere im Sand. Eigentlich schade, daß sich diese außergewöhnliche Sängerin nicht etablieren konnte. Das 1976 erschienene Album „S-S-S-Single Bed“ enthält neben dem Titelsong und dem 75er Hit „He’s Got Magic“ 10 weitere, zum Teil sehr interessante Songs, die 1975 und 1976 eingespielt wurden („Patient Tigers“, „Out Of My Body“, Kupu, Kupu“, Youli, Yuli“, „Love Letters“, „If I Point The Moon“, „Pisces‘ Babies“, Minor Therapy“, „Howdja“ und „Love Ship“), allesamt eigenwillige Stücke, die durch Nooshas Persönlichkeit und eigenwillige Stimme über einen ganz eigenwilligen Charme verfügen. Die Lieder sind nicht unbedingt für den breiten Massengeschmack geeignet, sondern dürften eher den Leuten gefallen, die eleganten Poprock mit dem gewissen Etwas den Vorzug vor Massenware geben.