***** Neun mal Joe Cocker live, aufgenommen während einer USA-Tournee 1972 im Hollywood Bowhl und in der Long Beach Arena in Los Angeles. Wer Joe Cocker kennt, der weiß, daß er live am besten ist. In seinen besten Momenten ist er ein Orkan, der locker jeden anderen Künstler von der Bühne bläst. 1972 war es gesundheitlich um Joe Cocker nicht gut bestellt. Seine Alkohol- und Drogenprobleme sorgten dafür, daß seine Konzerte in jener zeit von sehr unterschiedlicher Qualität waren. Nicht selten war Joe ein Schatten seiner selber. Davon ist bei den neun Stücken auf dem 1976 veröffentlichten Album „Live In L.A.“ nichts zu spüren. Zumindestens stimmlich zeigt sich Joe in einer ausgezeichneten Verfassung. Eine exzellente Begleitband bestehend aus Chris Stainton (Keyboards), Neil Hubbart (Gitarre), Alan Spencer (Baß), Jim Karstein (Schlagzeug), Jim Horn (Saxophon und Flöte), Robert Keyes (Saxophon) und Jim Price (Trompete) und die famosen Backgroundsängerinnen Viola Wills, Virginia Ayers und Beverly Gardner treiben den Star förmlich voran. Nichts deutet bei diesen Liveaufnahmen auf seine argen Probleme hin. Das Programm von „Live In L.A.“ ist wirklich gut, Joe und seine Band bieten Bluesrock vom Feinsten. Besonders gelungen ist das über 8 Minuten lange „St. James Infirmary“, in der die Begleitband in einer langen Instrumentalpassage zeigen kann, was sie drauf hat. Interessant ist Joes Version von Stephen Stills „love The One You’re With“. Hier wurde nicht bloß ein bekanntes Stück nachgespielt und nachgesungen, sondern Joe drückt ihm seinen ganz eigenen Stempel auf. Alles in allen ist „Live In L.A.“ ein ausgezeichnetes Album und kann man all denen empfehlen, die gute Livemusik zu schätzen wissen. |