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Aus den Überbleibseln von "Inside", entstand 1975 die Band "Krokus" - Chris von Rohr kümmerte sich um die Drums und den Gesang bei den meisten Songs, Tommy Kiefer übernahm die Leadgitarre und half beim Gesang mit, Remo Spaldino drückte den Bass ab und ein gewisser Hansi Droz zockte ebenfalls die sechs Saiten. Usprünglich sollte "Inside"-Sänger Peter Richard den Gesang übernehmen, doch kurz vor Aufnahme der Scheibe sprang er ab und zog er vor, sich in's Gähn-Nirvana zu meditieren. Jeodch steuerte Richard noch die 2 Kompositionen "Freak dream" und "Just like everday" bei, die er auch sang.
Das "Krokus"-Debut erschien schliesslich 1976 und um es richtig beurteilen zu können, muss man es erstmal richtig verstehen; diese Band war nicht gewollt Heavy Metal zu spielen! Man sollte das Album nicht mit dem vergleichen, was "Krokus" ab 1979 mit Storace gemacht haben - die ersten 3 Alben waren dazu da, ihren Stil zu finden, zu definieren und zu verfeinern. So bietet das Debut ganz einfach abgefahrenen Space-Rock, leicht jazzig. sehr freakig - die Individuen waren keine Metal-Heads, sondern Hippies - Von Rohr lebte ende der 60er eine Zeit stilecht in einer Kommune.
Das Problem der Songs ist sicherlich, dass sie etwas blutarm aus den Boxen kommen; keine Urgewalt wie eben der spätere Heavy Metal, sondern relativ brave, komplizierte, verspielte Kompositionen; man höre "Jumpin' in" oder den namentlich passenden 7-Minüter "Insalata Mysta"; eine strange Komposition, sehr jazzig!
Dass es auch straighter geht, beweisen die Songs "Freak dream" und "Majale" - das wären eigentlich klasse Songs, besonders letzterer ist ein recht ordentlicher Rocksong - nur wurde das ganze von Mischpultchaot Peter McTaggert völlig entwürzt und so bleibt eine relativ fade Suppe übrig, ohne grossartig power - schade um die starke Gitarrenarbeit!
Dennoch ist die erste "Krokus" eine musikalisch interessante Platte, wenn halt eben auch komplett anders - schon nur anders als der Nachfolger "To you all". Als Fan ist es natürlich schön Von Rohr mal an den Drums zu hören.
Als eigenständige Platte, fernab von dem was "Krokus" später ausmachen sollte, gebe ich hier grosszügig 4*!
@ACDCfan;
Du bist nicht richtig informiert; Krokus machten es erst ab 1978 so wie AC/DC, also ab der 3. LP - zur Zeit der Veröffentlichung dieser Platte hatten die Krokus-Jungs wahrscheinlich noch nicht mal was von AC/DC gehört. Die Platte hier klingt ja auch zero nach den Australiern... Erst nach dem Konzert in Zürich von AC/DC wurde es den Herren von Krokus klar, dass diese Musik die ist, die sie gerne spielen wollen, nach der sie gesucht haben - und bald danach kam Storace, nachdem der talentierte Henry Fries den Sängerjob abgelehnt hatte. SO war das.
Für die LP Sammler; von diesem Album wurde eine Miniauflage in WEISSEM Cover geliefert!
Last edited: 04.05.2010 22:56