***** "An seine früheren Alben reicht die nicht ran", war der Kommentar des CD-Verkäufers eines Kasselers Plattenladens. "Seine Stimme ist'n bißchen kratziger geworden. Das kommt ganz gut." Mag die letzte Feststellung noch einigermaßen zutreffen, so möchte ich bei der ersten vehement widersprechen. Nicht nur, dass ich meine, daß dies Peter Framptons beste Studio-Platte überhaupt ist, ich behaupte sogar, daß hier eine neue Gitarrengröße vom Range eines Eric Clapton heranwächst bzw. langsam erwachsen wird. Jeder Ton sitzt bei ihm goldrichtig, seine Soli sprudeln vor Ideen und, was mir das wichtigste scheint: Peter Frampton ist vielseitig. Da brilliert er in dem hitverdächtigen "Day In The Sun" mit seinen Bottleneckkünsten, macht im Anschluß an "It All Comes Down To You" eine Minute lang eben mal auf Jazz, gibt einem die klassischen Bluesschauer bei seinen punktgenauen Einwürfen in "Can't Take That Away" und nimmt einen bei den übrigen 9 Songs mit auf eine Reise durch den Mainstreamrock der 70er und 80er Jahre. Zugegeben, er erschließt mit dieser Platte keine neuen musikalischen Welten, aber wen kümmert's, wenn sich einem bei jedem seiner Songs das Gefühl einstellt, es mit einem Rockklassiker zu tun zu haben. Und seine Soli, die sind eben erste Sahne. Das wird ihm auch Eric Clapton neidlos zugestehen müssen. |