**** Wohl die wenigsten hatten Ringo Starr nach dem Ende der Beatles eine erfolgreiche Solokarriere zugetraut. Für viele war er bei den Fab Four halt nur Schmuckwerk und nicht wenige bezeichneten ihn allenfalls als mittelmäßigen Schlagzeuger und als miesen Sänger. Allen Unkenrufen zum Trotz startete Ringo eine erfolgreiche Solokarriere. Vor allem in den USA war er sehr gefragt, hier gelangen ihm zwischen 1971 und 1975 immerhin 7 Top 10 Erfolge, mit „Photograph“ (1973) und „You’re 16“ (1974) sogar zwei Nummer 1 Hits. Allerdings ließ das Interesse an Ringo nach seinem ‘75er Album „Goodnight Vienna“ deutlich nach. Das ’76 Album “Ringo’s Rotogravure“ sowie die beiden ausgekoppelten Singles „A Dose Of Rock’N’Roll“ und „Hey Baby“ waren allenfalls mäßig erfolgreich und sein ‘77er Werk „Ringo The 4th “ ging völlig unter. Dabei ist auch Ringos fünftes, unter der Regie des Produzenten Arif Mardin entstandenen Album nicht viel schlechter als die Vorgänger. Das heißt, es gibt keine große Kunst, dafür aber jede Menge guter Popmusik, die man nebenbei hören kann und die einfach nur gut unterhält. 6 der 10 Stücke stammen aus der Feder von Ringo in Zusammenarbeit mit Vinny Poncia, der Rest sind Coverversionen. Ein Titel überstrahlt allerdings das ganze Album und zwar Ringos Coverversion des Joe Simon Hits „Drowning In The Sea Of Love“. Das über 5 Minuten lange Stück aus der Feder von Kenny Gamble und Leon Huff zeigt Ringo in einem völlig neuen Licht. Sein Ausflug in den Philly-Soul gehört mit zum besten, was er je aufgenommen hat. „Drowning In The Sea Of Love“ wurde in gekürzter Fassung auch als Single veröffentlicht und floppte gnadenlos. Die übrigen Stücke „Tango In The Night“, „Wings“, „Gave It All Up“, „Out In The Streets“, „Can She Do It Like She Dances“, „Sneaking Sally Through The Alley“, „It’s No Secret“, „Gypsies In Flights“ und „Simple Love Song“ fallen nicht weiter auf, sind aber allesamt toll gespielt und dürften niemanden stören. Im Großen und Ganzen bietet „Ringo The 4th “ keine große Kunst und bis auf das wirklich tolle „Drowning In The Sea Of Love“ fällt kein Titel groß auf, trotzdem dürfte es Ringo Fans gefallen. Wenn es seine Absicht war mit diesem Album einfach nur musikalische Unterhaltung zu bieten, dann hat er sein Soll erfüllt. |