Ein gutes, wenn auch kommerziell weniger erfolgreiches Ultravox-Album. Mit diesem Album distanzierte sich die Gruppe von ihrem New Romantic-Sound und traute sich in ganz andere musikalischen Gebiete, wobei die Gruppe nun hauptsächlich wie eine andere Pop Rock-Bands à la Simple Minds oder U2 klingt. Dennoch bietet das Album ein paar Überraschungen: Das keltisch-/schottisch-klingende "All Fall Down" und das Orchester-gepowerte "All In One Day". Das hat für mich nicht viel mit Ultravox zu tun, und wäre eventuell eher etwas für Midge Ures Solomaterial gewesen. Wie dem auch sei, auch Songs wie "Same Old Story", "Sweet Surrender" und "Time To Kill" wissen zu überzeugen. Im Grossen und Ganzen ein gelungenes Album, welches zwar nicht mehr nach Ultravox klingt, dennoch aber guten Pop Rock mit ein paar Überraschungen bietet.
Knapp zwei Jahre nach dem immens erfolgreichen Album „Lament“ tauchte Ultravox 1986 wieder aus der Versenkung auf. Ein Grund für die lange Sendepause waren u.a. Midge Ures Soloaktivitäten, die im Herbst 1985 mit dem Tophit „If I Was“ ihren Höhepunkt fand (u.a. im Oktober 1985 ein Nummer 1 Hit in England). Nicht wenige Zeitgenossen sahen in diesem Soloerfolg schon das Ende von Ultravox. Um so überraschender betrat die Gruppe 1986 mit dem achten Album „U-Vox“ wieder das Rampenlicht. Eine Personaländerung hatte es gegeben: Ur-Ultravox Schlagzeuger Warren Cann war ausgestiegen und Midge Ure, Chriss Cross und Billy Currie führten die Gruppe als Trio fort. Als Schlagzeuger hatten sie Mark Brzezicki von der Gruppe Big Country für „U-Vox“ als Gastmusiker verpflichtet. „U-Vox“ kann man als rundum gelungen bezeichnen, auch wenn es nicht ganz die Klasse der bisherigen Ultravox Werke erreicht. Zwei Stücke ragen heraus und zwar die beiden Singlehits „Same Old Story“ und „All Fall Down“, m.E. eines der besten Stücke, das die Gruppe je eingespielt hat. Diese beiden Stücke sind so gut gelungen, daß sie den Rest von „U-Vox“ überstrahlen. Aber auch hier lohnt es sich, einfach mal reinzuhören, denn mit Stücken wie „Sweet Surrender“, „Dream On“, „The Prize“, „Time To Kill“, „Moon Madness“, „Follow Your Heart“ und „All In One Day“ bietet die Gruppe genau das, was sie am besten konnte, und zwar gute Musik. Leider konnte Ultravox mit „U-Vox“ und den Singles „Same Old Story“, „All Fall Down“ und „All In One Day“ nicht mehr an die großen Erfolge der Jahre 1980 bis 1984 anknüpfen. Obwohl die Gruppe mit ihrer Musik noch immer im Trend der Zeit lag, schien ihre Zeit abgelaufen. Nach diesem kommerziellen Flop legten die Musiker das Projekt Ultravox erst einmal für mehrere Jahre auf Eis.
Erneut gefällt mir ein kommerziell weniger erfolgreiches ALbum eines Künstlers/einer Gruppe am besten. Vielleicht einfach nur weil ich zu dieser Zeit am intensivsten mit Musik beschäftigt war. Wie heißt es so schön, der Soundtrack meiner jugend.