***** „Dhoom 2“ brach in Indien alle Kassenrekorde und avancierte zum erfolgreichsten Film der indischen Filmgeschichte überhaupt. Das ist beeindruckend für einen Film, dessen Qualität nicht ganz so astronomisch hoch ist, wie seine Rekorde. Denn „Dhoom 2“ ist im Grunde nicht mehr als ein lauter, dummer und selbstverliebter Entertainer, bei dem jegliche Logik flöten geht.
Doch ein wichtiger, wenn mitunter gar der wichtigste, Punkt ist das Staraufgebot, das die Augen eines Bollywoodfans schon nur beim Durchlesen zum Leuchten bringt. Der grösste Star des neuen Jahrtausends, Hrithik Roshan zum ersten Mal mit Aishwarya Rai vereint. Dazu Abhishek Bachchan, der sich nach einem seiner ersten Hits „Dhoom“ zum schauspielerischen Schwergewicht gemausert hat. Bipasha Basu als das Sexsymbol schlechthin und Uday Chopra.....nun ja, der spielte halt schon im ersten Teil mit und ist Sohn des Produzenten.
Doch wie machen sich denn nun diese Stars, auf die der ganze Film zugeschnitten wurde und sie in allen möglichen Facetten gut ablichtet? Hrithik Roshan sieht selbstverständlich sehr gut aus und kann sein Bizeps mehr als einmal präsentieren. Sein Charme ist unweigerlich da und er spielt lässig. Aish ist sexy wie nie, fühlt sich aber zu Beginn in den knappen Röckchen sichtlich unwohl. In der Anfangsphase verkrampft sie sich etwas und wirkt hölzern, doch mit der Zeit taut sie auf und auch die Chemie zu Hrithik wird besser. In „Crazy Kiya Re“ kann sie in knappen Outfits ihr Tanztalent zeigen. Abhishek hält sich dezent zurück, spielt aber cool und relaxt. Uday Chopra ist als Ulknudel ein wenig witziger als in Teil 1, wirkt aber teilweise extrem bemüht. Zudem ist er als einziger im Cast nicht sexy. Bipasha Basu ist eine absolute Sahneschnitte und kann zuerst taff, anschliessend sexy sein. Denn sie besetzt eine (zugegebenermassen) lächerliche Doppelrolle. Denn als der ganze Cast nach Rio abdüst und Bips Charakter storytechnisch nicht mit kann, taucht an der Copacabana einfach ihre sexy Zwillingsschwester auf. So nach dem Motto „Hey, wir haben Bipasha Basu im Film, und die sollen wir nicht sexy am Strand räkeln lassen?!“
Genau so funktioniert „Dhoom 2“ : Es feiert seine Stars und lässt sie singen, tanzen, schäkern, ein paar Verfolgungsjagden durchführen, ein bisschen schiessen. Die Handlung ist da selbstredend dünn und wirklich spannend wird es nie. Umso erstaunlicher ist es also, dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe. Denn die Action ist (im Vergleich zu USA und Hongkong) mehr als mau, die Dialoge relativ schwach.
Doch trotz seiner Mängel (und die sind wirklich nicht von der Hand zu weisen) hab ich mich köstlich amüsiert. „Dhoom 2“ mag sinnfrei, naiv und teilweise lächerlich wirken, doch die Stars, allen voran Hrithik und Aish, unterhalten auf ganzer Linie und für einen Bollywoodfilm habe ich wohl noch nie so oft das Adjektiv „sexy“ gebraucht. Denn das ist er: „dhoom“ aber sexy!
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