SINA - SALZHAUS WINTERTHUR

Sina (Salzhaus Winterthur – 08.04.2005)

Am letzten Freitag spielte Sina Live im Salzhaus Winterthur und präsentierte dabei ihr neuestes Werk ALL:TAG.

Für die emanziperte Walliserin ist's in der Eulachstadt wie ein Heimspiel, sind doch immer wieder Winterthurer in der Band zu finden und stammen doch einige Aufnahmen aus winterthurer Studios.

Um ca 20.45 Uhr spielten die Band Aextra aus Thun auf und zeigten sich deutlich rockiger, als wir uns diese in Erinnerung hielten. Gitarren hallten durch das alterwürdige Gebälk und wir machten uns auf 40 interessante Minuten gefasst. Druckvoll trugen sie ihren Sound dem etwas verhaltenen Publikum vor. Obschon musikalisch sehr sicher, wirkten die Berner etwas gar verkrampft. Nichts desto trotz schafften sie bei den ewigen Es-ist-nicht-ZüriWest-und-darum-schlecht-Stänkerer (wie auch wir Schreibenden welche sind) eine gehörige Portion Respekt. Spätestens, als Aextra gezeigt haben, dass man die Bandsolis nicht mit den üblichen 08/15 Standart-Klassiker von Deep Purple und Led Zeppelin vortragen kann, sondern dass es auch zeitgemässes mit hohem Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert dafür gibt. Wir bleiben also gespannt und freuen uns auf mehr Aextra.

Nach einer längeren Umbaupause betrat Sina mit Band die Bühne und von Beginn weg war klar, dass die folgenden 90 Minuten nichts mit Alltag zu tun hatten. Der Unterhaltungswert war von Anfang an hoch. Die Band setzte neues und älteres Material gekonnt so um, dass der Wiedererkennungswert jederzeit gewährleistet war, ohne dass man jedoch das Gefühl hatte, dass alles wie ab CD daherkommt, etwas, das man in letzter Zeit von anderen Interpreten nicht mehr so oft hat. Sina und ihre Mannen schafften es den richtigen Mix zwischen elektrischen und akustischen Instrumenten zu finden, sehr gelungen und ideenreich. Auch die verbalen Einlagen kamen spontan und locker daher, so konnte man beim 2136. Anti-Bush-Statement eines Musikers wieder einmal lachen und Sina kann sich sicher sein, dass noch so mancher Fan dabei sein möchte, wenn sie auf Paris Hilton und ihren Hund triff....
Das Konzert zeichnete sich durch den sehr stimmungsvollen roten Faden, der sich durch das gesamte Set zog, aus, kein plötzlicher Stimmungs- oder Stilwechsel. Man darf an dieser Stelle ruhig sagen, dass von der Rocklady von damals nicht viel geblieben ist, zum Glück, von denen haben wir genug. Vielmehr haben wir eine unverkennbare Sina, die sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt hat und sich klar abhebt. Bestimmt ist dies nicht jederfraus (-manns) Sache, aber spannend ist es allemal. Sie schaffte es auch optimal die einzelnen Bandmitglieder in Szene zu setzen und bot ihnen genügend Platz, gut zu sehen beim Temptations-Cover "Dr Papa isch es Chorbi gsi", welches dem Original in keiner Weise nachsteht. Musikalisch darf man dieses Konzert ohne Zweifel zu den hochstehenden zählen. Einfach toll, wie abwechslungsreich die vier Musiker ihre Frontfrau unterstützten.
Dank der lockernen und erfrischenden Art von Sina gingen diese 90 Minuten leider viel zu schnell vorüber und hinterliessen ein komplett zufriedenes Publikum, auch wenn sie den einen oder anderen Hit nicht gespielt hat, was aber keineswegs störte. Sina verabschiedete am Schluss mit einem schönen Statement zu Winterthur von Winterthur und meinte, sie sei wieder "Däheimu"...

Wir danken Sina und Band für ihre Natürlichkeit und die Publikumsnähe. Und wir danken dafür, dass es keinen Garderobenwechsel gab, unnötig sich 10 mal umzuziehen, unnötig die Bühne mit prunkvollen Girlanden zu beschmücken wie es die ganz grossen machen. Musik ist es was zählt und das hat die Band begriffen.

Wir wollen Sina bestimmt noch mal live sehen, es bieten sich ja noch genügend Möglichkeiten dazu.
fuedlibuerger / amaretti

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