THERAPY? IM SALZHAUS WINTERTHUR

THERAPY? im Salzhaus Winterthur - Freitag 19. November 2004

Ein Eisbär? im Salzhaus?

Bitterkalt war es am Freitag, aber nur ausserhalb des Salzhaus, denn zum Auftakt des Winterthurer Club-Festival "Fall into Rock" beschallten THERAPY?, Support AMPLIFIER und HOUSTON SWING ENGINE, das Salzhaus in Winterthur.

Als Appetizer spielten HOUSTON SWING ENGINE aus Lausanne punkigen Rock'n'Roll, wobei Sänger Igor Rocket mit seiner exzessiven körperlichen und gesanglichen Ausdrucksweise (erinnerte irgendwie an Rob Halford von Judas Priest) klar im Mittelpunkt stand. Guter Einsatz, Jungs.

Ein erster Highlight waren AMPLIFIER. Was diese 3-Mann-Combo ablieferte, war absolut beeindruckend. Die Mischung aus klassischem Rock, Prog-Rock und einer Prise Stoner-Rock gipfelte in einem massivem, dichten, treibende Soundteppich. Matt Brobin schickte Drum-Donner, Neil Mahony liess seinen Bass herrlich wummern und mittendrin steht Sänger / Gitarist Sel Balamir wie ein Turm in Brandung und sendet fette, pulsierende Riffs aus. Einfach wunderbar. Diese Energie, diese Spielfreunde bleibt auch dem Publikum nicht verborgen - fast schon wehmütig muss man die Ankündigung des letzten Songs über sich ergehen lassen. "But it is a long one" sagte Sel Balamir - so tauchten wir nochmals ein, in die "Wall of Sound". Wer zum Beispiel Muse oder QOTSA mag, kann sich getrost eine Prise AMPLIFIER geben. Weiter so!

Die Wehmut wurde dann sehr bestimmt und kraftvoll durch die Ankunft der irischen Punk-Metaller THERAPY? vertrieben. THERAPY?, Andy J. Cairns (vox - guitar), Michael McKeegan (bass), Neil Cooper (drums) touren diesen Herbst durch Europa und haben ihr neues Album "Never Apologise Never Explain" im Gepäck. Auch auf diesem Album ziehen sie die konsequente Haltung "keine Kompromisse" durch. Twisted pop-punk-metal mit Ecken und Kanten halt - deswegen wird THERAPY? von seinen treuen Fans heiss geliebt. Das THERAPY? live nicht zu verachten sind, haben sie zur Genüge bewiesen und ist wenn man den Backkatalog betrachtet (inklusive dem Millionenseller "Troublegum"), nicht verwunderlich.

Also, herzlich willkommen zur THERAPY? Power-Party mit "Church of Noise"! Was mit wildem Pogo goutiert wurde - und in der Folge auch nicht abbrach. Dann ein erster Glanzpunkt, als Andy Cairns einen Song vom neuen Album George W. Bush widmet - "Die like A Motherfucker" - dem Publikum gefällts und singt süffisant mit bei "fuck George Bush". Das war es dann aber auch mit Politik - zurück zu Rock'n'Roll. Die Setlist liess keine Wünsche offen - Klassiker wie "Theethgrinder" und "Nowhere" wechselten sich ab mit neuen Songs wie "Here Be Monster", "Rise up" und "Rock You Monkeys". Ein homogener Mix aus alt und neu - was wünscht man sich mehr? Dazu liess sich frivol das "Tanzbein" schwingen oder beherzt headbangen.

Das die Jungs "alte Hasen" sind (oder Eisbären? - Andy Cairns fühlt sich manchmal wie einer, wie er bei der Ankündigung von "Polar Bear" gestand.) hinderte sie nicht daran mit viel Power und Verve das Konzert zu bestreiten. Keine Routine - nein, es gab knalligen Drum-Sound, schnelle Riffs, treibende Basslinien und böse-ironische Lyrics. Im Zentrum dieses Kraftwerks agierte Andy Cairns als charismatischer "Evil Elvis" der und mit ausgeprägter Mimik und Zeichensprache durch die Songs führte. THERAPY? "live" macht dank den tollen Songs und der guten Umsetzung durch die Band einfach Spass.

Wie-auch-immer, als dann zur Zugabe "Epilepsy", "Stories", das geile Joy Divison Cover "Isolation" und natürlich "Knives" mit Vollgas hingebrettert wurden, sah man nachher etliche selig lächelnde Gesichter. Schön war's - und hoffentlich kommen THERAPY? bald zurück in die Schweiz, denn einen solcher Powertrip darf sich jeder Liebhaber der härteren Töne getröst wieder einwerfen.

Klasse Bands, gute Stimmung - ein schöner Abend war's im Salzhaus.
Matt

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